Wasserstoffversprödung an phosphatierten Bauteilen

An Bauteilen aus Stahl kann beim Phosphatieren eine Wasserstoffversprödung, auch wasserstoffinduzierte Rissbildung oder kathodische Spannungskorrosion entstehen.

Während des Prozesses am Werkstoff entstehender Wasserstoff kann in diesen eindringen. Durch die Aufnahme von Wasserstoff können die elastischen Eigenschaften des Werkstoffs so stark beeinflußt werden, dass dieses spröde wird und bei dauerhafter mechanischer Belastung versagt. Ein Einfluß auf jähe Beanspruchung wie Schlag oder Zug ist hingegen nicht festzustellen.

Werkstück

Einen wichtigen Einfluß hat das Gefüge. Besonders vorangegangene Kaltverformung oder Wärmebehandlung (Härten, Einsatzhärten) erhöht die Wasserstoffbeladung.

In der Praxis muß mit Wasserstoffversprödung gerechnet werden, wenn gehärtete Teile, vergütete Schrauben, Federn und Teile aus hochfesten Stählen oder solche vorliegen, die durch Kaltschlagen, Kaltwalzen oder Ziehen hergestellt werden.

Bei den technisch wichtigen unlegierten Kohlenstoffstählen sowie den niedrig legierten Vergütungsstählen ist die Zugfestigkeit von 1.200 Nmm² als kritisch anzusehen, bei deren Überschreitung spezielle Maßnahmen vorgenommen werden sollten.

Massnahmen

Zur Minimierung der Wasserstoffaufnahme werden beim Beizen standardmäßig sogenannte Inhibitoren verwendet.

Bei risikobehafteten Bauteilen bewährt hat sich eine Wärmebehandlung des phosphatierten Bauteils in einem Ofen für 2h bei 200°C. Eine Beölung erfolgt im Anschluss.

Für weitere Informationen zu diesem sehr komplexen Thema wenden Sie sich bitte an unsere Experten aus der Anwendungstechnik.